Zielstrebig, erfolgreich und
ehrgeizig, so präsentiert sich
Ramona Ballas (oben) nicht nur auf
der Ringermatte.
Die Ückeratherin ist zurzeit
Deutschlands Nummer eins in der
Gewichtsklasse bis 52- Kilogramm und
schmiedet
auch schon Pläne für die Zeit nach
der Schule.
Foto:. Suling
Die
Konkurrenz war groß, die Überraschung im
Hause Ballas deshalb noch größer, als die
ringerverrückte Familie die frohe Botschaft
erreichte, dass Ramona Ballas von den Lesern
der Neuß-Grevenbroicher Zeitung zur
„Sportlerin des Monats März“ gewählt wurde.
Dabei hätte sich die Überraschung in Grenzen
halten können - schließlich ist die 16 Jahre
alte Ringerin des AC Ückerath nicht die
erste in der Familie, der eine solche Ehre
zu teil wird.
Ihr Vater
Rolf, selbst jahrelang erfolgreicher Ringer
des ACÜ wurde 1981 als 18-Jähriger bei der
vierten Auflage der NGZ-Sportlerwahl sogar
zum „Sportler des Jahres“ gewählt.
Ob das
seiner Tochter in diesem Jahr auch gelingt,
steht zwar noch in den Sternen, die besten
Voraussetzungen, um in die großen Fußstapfen
ihres Vaters zu treten, hat die talentierte
Gesamtschülerin offensichtlich aber mit in
die Wiege gelegt bekommen. Schon seit ihrer
frühsten Jugend begleitete sie gemeinsam mit
ihren beiden Schwestern Natascha (18) und
Franziska (14) Vater Rolf in die
Ringerarenen Deutschlands und schnupperte so
früh Hallen- und Mattenluft. „Anscheinend
haben alle drei meine Ringer-Gene
abbekommen“, erklärt sich Rolf Ballas die
Begeisterung seiner Kinder fürs Ringen.
Allerdings ist das nicht die einzige
Erklärung: Auch Opa Johann steckte sich als
Jugendlicher mit dem Ringer-Virus an und gab
diesen offensichtlich an seine Nachkömmlinge
weiter. „Ringen ist bei uns eine
Familientradition“, bringt es Rolf Ballas
auf den Punkt.
Auf den
Punkt fit war Ramona auch bei den Deutschen
Meisterschaften, bei denen sie sich ihren
dritten Titel in Folge sicherte. In der
Gewichtsklasse bis 52 Kilogramm ist die
Ückeratherin zurzeit Deutschlands Nummer
eins und damit das Maß aller Dinge.
International kommt die Konkurrenz momentan
aus Russland, Norwegen und Schweden. „Wenn
sie auf dem Teppich bleibt, dann traue ich
ihr eine große Zukunft zu “, verrät Ballas,
der als Trainer weiß wovon er spricht, „das
Potenzial, hat sie auf jeden Fall.Vielleicht
reicht es sogar mal für Olympische Spiele“
Dennoch
geht auch im Hause Ballas die Schule vor. Da
kommt es der Familie gerade recht, dass
Ramona mit dem Teilinternat an der
Bertha-von-Suttner Gesamtschule in
Nievenheim beste Voraussetzungen vorfindet.
„Durch den Bundeskader und die vielen
Turniere ist sie viel unterwegs und muss oft
von der Schule befreit werden“, erklärt der
Vater, „das wäre kaum machbar, wenn die
Schulleitung nicht mitziehen würde.“ Denn
über eins ist sich im Hause Ballas jeder im
Klaren: Egal wie erfolgreich die Töchter
ihren Sport betreiben - leben kann man vom
Ringen natürlich nicht. Deshalb hat die
Ringerin auch schon genaue Vorstellungen
davon, was sie nach der Schule mal machen
will: „Physiotherapeutin fände ich schon
gut. Passt ja auch irgendwie zu meinem
Sport.“
Gedanken
macht sich die ehrgeizige Neuntklässlerin
darüber im Moment aber nicht. Denn beim
Bundeskader-Lehrgang in Aschaffenburg, wo
sich die 16-Jährige auf die nächsten großen
Aufgaben vorbereitet und von ihrer Wahl zur
Sportlerin des Monats erfuhr, dreht sich
selbstverständlich alles ums Ringen. „Ich
möchte zur EM und meinen fünften Platz aus
dem Vorjahr verbessern“, erklärt Ramona,
„zudem steht der Große Preis der
Bundesrepublik Deutschland an, bei dem ich
vor eigenem Publikum unbedingt mal gewinnen
will.“ Kaum zu glauben, dass die Schülerin
mit sieben Jahren über das Ballett zum
Ringen kam: „Irgendwie war das dann doch
nicht das Richtige“, erinnert sie sich und
fügt hinzu: „Ich brauche wohl eher eine
Sportart bei der ich mich total auspowern
kann“.